Der Deutsche Vorlesepreis

Der Deutsche Vorlesepreis wurde im Herbst 2005 von Harald Stoffels und Tina Finsterbusch beim Kölner Kartoffelchips-Hersteller Intersnack („funny-frisch“, „Chio“, „POM-BÄR“, „goldfischli“) ins Leben gerufen und betreut. Im Herbst 2006 wurden erstmalig Vorleseinitiativen aus ganz Deutschland für herausragende Leistungen ausgezeichnet. RTL-Chefredakteur und Anchorman Peter Kloeppel war von 2006 bis 2011 Schirmherr und zugleich Juryvorsitzender des Deutschen Vorlesepreises.

Hintergrund der Initiative ist der dramatische Befund, dass in 42 Prozent aller deutschen Haushalte mit Kindern von 0 bis 10 Jahren kaum noch vorgelesen wird. Fast die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland liest niemals ein Buch zum eigenen Vergnügen. Lese- und Schreibfähigkeit nehmen bei einem großen Teil der jungen Generation dramatisch ab. Ziel des Deutschen Vorlesepreises war es, dieser Entwicklung entgegenzuwirken und den ehrenamtlichen Vorlesern für ihr Engagement zu danken. Darüber hinaus sollte er Menschen dazu motivieren, selbst als Vorleser/-in aktiv zu werden. Unterstützt wurde das Projekt zur Leseförderung von zahlreichen Prominenten.

2008 bis 2011 wurde Der Deutsche Vorlesepreis vom unabhängigen „OrganisationsbĂĽro Der Deutsche Vorlesepreis“ in den Räumen von SMC Koeln organisiert und umgesetzt.

2009 stellte der Deutsche Vorlesepreis mit der „Längsten Vorlesestaffel der Welt“ einen spektakulären Vorlese-Weltrekord auf: 100 Tage lang (vom 18. Juni bis 25. September 2009) lasen 100 ehrenamtliche Vorleser in 100 Orten in ganz Deutschland immer eine neue Seite der bis dahin unveröffentlichten neuen Sams-Geschichte, „Onkel Alwin und das Sams“ von Deutschlands bekanntestem Kinderbuchautor Paul Maar vor. Am selben Tag wurde die jeweilige Seite der insgesamt „Längsten Vorlesestaffel der Welt“ auf der Projekt-Website exklusiv veröffentlicht – so rechtzeitig, dass auch in Millionen Familien die neue Seite Kindern vor dem Einschlafen vorgelesen werden konnte. Die „Längste Vorlesestaffel der Welt“ fand ihren krönenden Abschluss auf der Verleihung des Deutschen Vorlesepreises 2009 am 25. September in Köln. Paul Maar persönlich las die 100. Seite den rund 600 Gästen in der Hochschule fĂĽr Musik und Tanz vor. Einen Tag später, am 26. September – natĂĽrlich ein Samstag – erschien „Onkel Alwin und das Sams“ im Buchhandel.

Im Herbst 2010 fĂĽhrte Der Deutsche Vorlesepreis die Aktion „Lies fĂĽr Toleranz!“ durch, bei der fĂĽr Toleranz gegenĂĽber anderen Religionen und Ethnien geworben wurde. Am 21. März 2011 startete Der Deutsche Vorlesepreis die Aktion „102 Tiere, die es nicht gibt, an 102 Orten, von denen wir träumen.“ Ziel der Aktion waren möglichst viele – mindestens 102! – phantasievolle Vorlesestunden in ganz Deutschland. Die Lesestaffel endete nach sechseinhalb Monaten am 7. Oktober 2011, auf der Preisverleihung des „Deutschen Vorlesepreises 2011“ in der Kinderoper Köln. Insgesamt fanden 135 Veranstaltungen zur Aktion statt.

2012 und 2013 wurde „Der Deutsche Vorlesepreis“ vom Hauptsponsor Intersnack mit verändertem Konzept fortgefĂĽhrt und schlieĂźlich Ende 2013 eingestellt.

Die Vorlese-Experten des „OrganisationsbĂĽro Der Deutsche Vorlesepreis“ (2008-2011) sind seit Februar 2012 im Rahmen der Initiative IG Vorlesen tätig.